Weihnachtsmissale des Borgia-Papstes Alexander VI.

Buchtitel
Weihnachtsmissale des Borgia-Papstes Alexander VI.
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veröffentlicht: 2022
Bibliotheks-ID:
Zustand:
1000510978939492
Sehr Gut
Genre
Liturgische Handschriften
Stil
Gotisch
Typ
Faksimile
Autoren
Luca (Schreiber)
Jahrhundert
XV
Land
Italien
Anzahl
138 Seiten / 48,0 × 35,0 cm
Jahr
1500
Beschreibung
Weihnachtsmissale des Borgia-Papstes Alexander VI.
Das Weihnachtsmissale des Papstes Alexander VI. (1492–1503) ist eine Prachthandschrift der Renaissance, die Gebete und Gesänge für die Weihnachtsmesse enthält. Die Handschrift wurde zum Ende des 15. Jahrhunderts vom berüchtigten Borgia-Papst Alexander VI. in Italien in Auftrag gegeben und von ihm selbst zur Messe gelesen. Noch heute wird der Codex jedes Jahr zur kirchlichen Feier im Petersdom benutzt.
Das Weihnachtsmissale Papst Alexanders VI.
Papst Alexander VI. war eine der schillerndsten Personen der italienischen Renaissance. Er entstammte der mächtigen Familie der Borgia, die berüchtigt ist für Korruptionsskandale und Intrigen. Alexander VI. war nicht nur Oberhaupt der katholischen Kirche, sondern auch einflussreicher Fürst und politischer Machthaber. Er führte ein äußerst ausschweifendes Leben, umgab sich mit Mätressen, zeugte zahlreiche uneheliche Kinder und besetzte hohe kirchliche und politische Ämter gegen entsprechende Bezahlung. Sein Lebenswandel steht mit unserem heutigen Bild eines Geistlichen in starkem Kontrast, und auch seine Zeitgenossen stieß er mit seinen Eskapaden vor den Kopf. Allerdings berichten Quellen auch über seine aufrichtige Marienverehrung und hohe Arbeitsdisziplin. Der hochgebildete und belesene Papst gab zahlreiche atemberaubende Handschriften in Auftrag, aus denen er zu feierlichen Gelegenheiten im Petersdom las. Unter diesen Handschriften befindet sich auch sein berühmtes Weihnachtsmissale.
Was ist ein Missale?
Ein Missale ist ein Messbuch, in dem Gebete, Gesänge und Regeln für den Verlauf einer liturgischen Feier in der Kirche festgehalten sind. Man findet in einem Missale nicht nur Gebetstexte und Lieder mit Notation, die nach dem Ablauf des Gottesdienstes geordnet sind. Es enthält auch Richtlinien für das Verhalten des Priesters, beispielsweise wird ihm bestimmte Kleidung vorgeschlagen. Das außerordentlich wertvolle Weihnachtsmissale Alexanders VI. ist eines der berühmtesten Werke dieser Buchgattung.
Wertvoller Buchschmuck
Der Codex wurde im ausgehenden 15. Jahrhundert vom Borgia-Papst in Auftrag gegeben. Die Qualität der Miniaturen deutet auf einen sehr talentierten und erfahrenen Meister der Renaissance hin. Möglicherweise war der Franziskanermönch Antonio da Monza für die Gestaltung des Werkes zuständig. Dieser erschuf einige Miniaturen, die dem Stil der Illustrationen des Weihnachtsmissales stark ähnelten. Die Handschrift enthält zahlreiche farbige Bilder mit Goldschmuck, darunter zwei ganzseitige Illustrationen. Der Text des Werkes wurde mit 136 goldenen Initialen veredelt.
Ein Meilenstein christlicher Liturgie
Die Prachthandschrift überdauerte die Jahrhunderte. Papst Alexander VI. selbst las zu seinen Lebzeiten Gebete und Gesänge aus dem prächtigen Codex. Bis heute wird eben jene Handschrift für den feierlichen Weihnachtsgottesdienst im Petersdom verwendet. Die zahlreichen Päpste und hohen Geistlichen, die das Werk in ihren Händen halten durften, behandelten es mit größter Sorgfalt. Der wertvolle Buchschatz wird heute in der Bibliothek des Vatikans aufbewahrt und einmal im Jahr zum größten christlichen Fest im Zentrum der katholischen Kirche präsentiert.
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