Stundenbuch – des Étienne Chevalier

Buchtitel
Stundenbuch des Étienne Chevalier
1
veröffentlicht: 2023
Bibliotheks-ID:
Zustand:
1000338478933504
Sehr Gut
Genre
Kassetten (Einzelblatt-Sammlungen) Stundenbücher / Gebetbücher
Stil
Renaissance
Typ
Faksimile
Autoren
Künstler / SchuleJean Fouquet
Jahrhundert
XV
Land
Frankreich
Anzahl
49 ganzseitige Miniaturen
Jahr
1452
Beschreibung
Stundenbuch des Étienne Chevalier
Ein frühes Meisterwerk aus der Hand eines der bedeutendsten Buchmaler der Geschichte! Mit nicht weniger als diesen Superlativen lässt sich das berühmte Stundenbuch des Étienne Chevalier rühmen. Eine wechselvolle Geschichte beweist die Wertschätzung und Bewunderung, die die herausragende Handschrift durch die Jahrhunderte erfuhr – und die ihr nicht immer wohl tat. Große Namen der französischen Geschichte sind mit ihr verbunden. Und als Kunstwerk ist sie wohl unübertroffen.
Stundenbuch des Étienne Chevalier
Étienne Chevalier (1410–1474) verkehrte in den höchsten gesellschaftlichen Kreisen des französischen Königreichs. Er war Schatzmeister Frankreichs unter der Regierung König Karls VII. und bedeutender Kunstmäzen. Als solcher beauftragte Chevalier keinen geringeren als Jean Fouquet mit der Ausführung einiger Kunstwerke, die die Namen sowohl des Auftraggebers als auch des Künstlers für alle Zeit in der Kunstgeschichte verankern sollten.
Ein Hauptwerk der französischen Buchmalerei
Das Stundenbuch des Étienne Chevalier entstand in den Jahren zwischen 1448 und 1457 und gilt heute als „eines der größten Meisterwerke der abendländischen Buchmalerei“. Leuchtende Farben und fokussiertes Licht, komplizierte Räumlichkeit und eine unglaubliche technische Beherrschung der Miniaturmalerei sind wohl die vordergründigen Merkmale der 47 Miniaturen. Architektonische Elemente aus den verschiedensten Stilen sind bis ins Detail nachgeahmt in prächtigen Renaissance-Säulen und feinem gotischem Ornament. Die eleganten Figuren und weiten Landschaften sind wiederum flämisch geprägt. Die Feinheit der Malerei ist beeindruckend und ergänzt sich wunderbar mit der klaren Verständlichkeit der Bildaussagen.
Die Kehrseite der Bewunderung
So präsentiert sich das Stundenbuch des Étienne Chevalier in einer außerordentlichen Pracht. Doch seine ursprüngliche Form hat das Stundenbuch durch die Wirren der Geschichte hindurch verloren. Bis ins 17. Jahrhundert befand sich das Stundenbuch im Besitz der Familie des Étienne Chevalier. Im 18. Jahrhundert fiel das Meisterwerk schließlich der großen Bewunderung zum Opfer, die Handschrift wurde zerlegt. Zuerst übermalte man die Texte, dann zog man die Miniaturen auf Holztäfelchen. In dieser Form gelangten 40 Miniaturen in den Besitz des Herzogs von Aumale, der sie im Schloss von Chantilly – dem heutigen Musée Condé - in einem eigenen Raum in Szene setzte.
Sieben weitere Blätter befinden sich heute über die ganze Welt verteilt, in der Bibliothèque Nationale de France, im Louvre und im Musée Marmottan in Paris, in der British Library und in Upton House sowie im New Yorker Metropolitan Museum.
Unübertroffen!
Der Meister dieser Handschrift war Jean Fouquet (um 1420–1480), einer der größten Künstler der französischen Kunstgeschichte und der Geschichte der Buchmalerei überhaupt. Fouquet arbeitete für zahlreiche bedeutende Auftraggeber und stand in den Diensten der Könige Karl VII. und Ludwig XI. Er lernte schon früh in Italien die bedeutendsten Meister der Renaissancemalerei kennen und ließ sich von diesen – sowohl Italiener als auch Niederländer – beeinflussen. Mit dem Stundenbuch für den französischen Schatzmeister Étienne Chevalier schuf er schon zu Beginn seiner Karriere ein Meisterwerk, das noch ohne eine Werkstatt im Hintergrund entstand und so durchgängig auf dem meisterhaften Niveau von Fouquets Können steht.
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